Virtuelle Galerie

Virtuelle Realität ist derzeit in aller Munde. Es ist Zeit, neue Konzepte zu erforschen und neue Möglichkeiten zu finden. Gerade die Fotografie benötigt dringend Impulse, da sie sich im Internet derzeit fast nur noch durch Quantität definiert.

Virtuelle Realität und Fotografie

Seit meiner Kindheit fasziniert mich die „virtuelle Realität“. Die 80er und 90er, prägende Phase meiner Kindheit, waren voll mit dieser Thematik. Als ein Mensch, der sich grundsätzlich für alles interessiert, erschien es mir schon immer spannend, sich mittels virtual reality hautnah in jede erdenkliche Situation zu versetzen, sei es zu Trainingszwecken oder einfach zur Unterhaltung. Erste konkrete VR-Projekte wie die Software Second Life konnten mich jedoch nie wirklich begeistern; zu schlecht war die Grafik und zu fragwürdig der Sinn. Generell geriet das ganze Thema mangels potenter Hardware bald wieder aus dem Fokus.

Seit 2013 erlebt die Szene nun einen neuen Hype, was hauptsächlich mit neuer Hardware wie der Oculus Rift, oder der HTC Vive zusammenhängt. Erst in letzter Zeit ist Consumer-Technik zudem in die Lage gekommen, komplexe virtuelle Welten schnell, latenzfrei und in ausreichender Qualität darzustellen.

Ich betreibe seit langer Zeit meinen Fotoblog und immer wieder beschäftige ich mich damit, wie man Bilder und Fotos im Internet optimal präsentieren kann. Zu einem wirklich befriedigenden Ergebnis bin ich dabei nie gekommen. Besucht man einmal eine echte Galerie, stellt man fest, dass Fotos dort eine gänzlich andere Wirkung haben können. Größe, Rahmung, der Ausstellungsraum, das Licht und nicht zuletzt auch die anderen Bilder definieren einen Kontext, den eine Webseite einfach nicht bieten kann. In der Realität steht der Besucher dem Bild körperlich gegenüber und daraus entwickelt sich eine Spannung zwischen beiden. Im Internet gibt es das nicht, da geht es nur um Quantität und das gesamte Nutzungsverhalten ist darauf ausgerichtet; in den gängigen Fotoportalen klickt man sich pro Minute durch 60 Bilder. Wenn ich meine Bilder präsentieren will, möchte ich den Besucher jedoch für mich allein haben. Er soll sich auf meine Fotos konzentrieren, er soll sich Zeit nehmen, sie auf sich wirken lassen, sich mit ihnen auseinandersetzen.

Die Wenigsten unter uns sind bekannte Künstler und kaum einer wird Gelegenheit finden, seine Bilder ansprechend in einer Galerie zu präsentieren. Galerien gibt es nicht so viele, talentierte Fotografen aber schon. Könnte die virtuelle Realität hier nicht Abhilfe schaffen? Dieser Gedanke treibt mich seit einiger Zeit immer wieder um. Denken wir mal einige Jahre voraus. Vielleicht sind solche VR-Geräte wie die Oculus Rift dann ganz normal. Es gibt Spiele und Filme, die ganze Palette der Unterhaltung, die sich dieser Technik bedient und warum soll es nicht auch eine große Anzahl von virtuellen Ausstellungen geben, in denen unterschiedlichste Künstler ihre Arbeit präsentieren? Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Eine Galerie in einer Raumstation, die um einen Lichtjahre entfernten Planeten kreist? Ebenso denkbar wie eine Ausstellung 3000 Meter unter dem Meeresspiegel oder eine ganze, virtuelle Großstadt aus elektronischen Museen.

Dimension3

Die ursprüngliche Idee war, eine halbwegs ansehnliche eigene Galerie für meine Bilder zu entwickeln, im Hintergrund noch XML-basiert. Später kam der Wunsch hinzu, die Fotos möglichst schnell und simpel direkt im 3D-Raum auswechseln zu können und von da an war es nicht mehr weit bis zur Idee, aus dem Hobby-Gebastel eine komplette, nutzbare Softwarelösung zu erstellen.

Im Grunde ist Dimension3 ein dreidimensionaler, frei begehbarer Raum. Eine leere Galerie, die sich aus verschiedenen Ausstellungshallen unterschiedlich zusammenstellen lässt, bis hin zum unendlich hohen Wolkenkratzer.

Jeder Künstler kann sich für einen oder mehrere Räume, ganze Etagen oder gar ein komplettes Gebäude entscheiden und darin eine Galerie einrichten. Die Bilder können dabei auf seinem eigenen Server oder bei einem unabhängigen kostenlosen Dienst wie z.B. Flickr liegen. Sie können mit Texten, Links oder Tondokumenten angereichert und in verschiedenen Rahmungen präsentiert werden. Mehrere Fotografen könnten sich zum Beispiel auch ein virtuelles Galeriegebäude teilen.

Jeder, der sich Dimension3 herunterlädt, soll nach dem Programmstart aus einer Liste von Künstlern auswählen und deren Ausstellung dann betreten können. Die Software könnte man daher auch als eine Art Browser für virtuelle Galerien bezeichnen. Natürlich wird dafür permanenter Internetzugang benötigt. Lässt der Künstler es zu, können die Bilder auf der Fesplatte des Nutzers auch „gepuffert“ werden (in verschlüsselter Form), damit wird ein Offline-Betrieb möglich.

Derzeit existiert ein Galerie-Grundtyp, der verschiedene mögliche Räume beinhaltet. Stößt die Software auf entsprechendes Interesse, ist es natürlich denkbar, weitere, individuelle Bauwerke (Typen) hinzuzufügen. Selbst real existierende Galerien könnten nachgebaut und integriert werden.

Die Software ist derzeit noch im Beta-Stadium. Wer am Beta-Test teilnehmen möchte, findet weitere Informationen dazu am Ende des Artikels. Die Software läuft auf Windows und MacOS. Zusätzlich existiert ein webGL-Modul, mit dessen Hilfe man seine Galerien direkt auf der Webseite einbinden kann.

Beta-Test

Seit Herbst 2016 läuft der Beta-Test im Rahmen einer Family&Friends-Phase.

Wer daran interessiert ist, kann sich gern via E-Mail bei mir melden. Folgende Regeln muss ich aufstellen, einfach um gewisse „Probleme“ zu vermeiden, die ich bei ähnlichen Projekten schon oft im Internet erlebt habe:

es gibt kein Release-Datum da ich ausschließlich in meiner Freizeit daran arbeite (wenige Stunden in der Woche)
es gibt keine Garantie, dass das Projekt jemals richtig „fertiggestellt“ wird
es geht ausschließlich um einen Betatest, ich habe derzeit kaum Kapazitäten, irgendwelche speziellen Sonderwünsche zu integrieren
konstruktive Hinweise nehme ich gern entgegen, kann aber nicht versprechen, dass diese auch immer umgesetzt werden
ich nehme gern Hilfe von Leuten an, die sich gut mit Unity, aber auch mit Texturen, 3D-Modellierung und Animation auskennen

Beschränkungen der Software

Dimension3 soll Bilder in möglichst hochwertiger Qualität in einer frei begehbaren, dreidimensionalen Welt präsentieren. Das nicht jeder Computer dazu in der Lage ist, dies leistungsmäßig zu stemmen, sollte klar sein. Die Höhe der Bildschirmauflösung ist dabei sehr ausschlaggebend, so kann es passieren, dass die Leistung eines 2009er Macbooks (mit dessen niedriger Auflösung) völlig ausreicht, ein aktueller iMac mit 27″-Display jedoch gehörig ins Schwitzen kommt. In der PC-Welt sollte es generell viel weniger Probleme geben, ein durchschnittlicher Rechner mit Mittelklasse-Grafikkarte sollte hier bereits ausreichen.

Ich bin durchaus interessiert daran, die Software auch für Tablets (zumindest das iPad) anzubieten. Die Konvertierung dafür ist jedoch aufwändig und ich habe bisher keinen Überblick, inwiefern die Leistung dieser Geräte ausreichend ist. Höhere Priorität hat für mich eher die Anbindung von VR-Hardware. Eine Umsetzung für Smartphones peile ich nicht an, weil das kleine Display dieser Geräte der ursprünglichen Idee einer hochwertigen Bildpräsentation zuwiderläuft (abgesehen von der Leistungsfrage).

Wie bereits oben erwähnt, bin ich eher Programmierer als 3D-Designer oder Textur-Künstler. Die Grafik ist daher eher zweckmäßig geraten und bleibt etwas hinter meinen eigenen Vorstellungen zurück. Für Hilfe in dieser Richtung bin ich durchaus dankbar und empfänglich. Die üblichen Verdächtigen im Hinblick auf hochwertige Grafik, z.B. die Tools von Allegorithmic und deren Einbindung in Unity sind mir durchaus geläufig, allerdings ist es ein Unterschied, ob man einen Weg nur kennt, oder ob man ihn beschreitet. Eine fruchtbare Zusammenarbeit mit einem fähigen 3D-Artist könnte das Projekt also entscheidend voranbringen.

E-Mail-Adresse für Betatest oder Infos/Kontakt (bitte anklicken)

Advertisements