Nikkor 28mm 1.8g – Das perfekte Immerdrauf

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Wie Ihr wisst bin ich vor kurzem auf Festbrennweiten umgestiegen. In einem Anfall von Kynismus verkaufte ich den schweren Glaswarenladen Tamron 24-70 2.8 und wählte stattdessen das Nikkor 28mm 1.8g.

Eine Festbrennweite ist klein und leicht, hat in der Summe meist weniger Bildfehler als ein Zoom und ist in der Regel schärfer. Zudem wollte ich einfach keine Dritthersteller mehr. Die Nikkor-Objektive liefern einfach einen Tick mehr ab – das habe ich in der Vergangenheit immer wieder in Reviews lesen und auch selbst feststellen dürfen. Dieser Vergleich hinkt etwas, denn während Nikon mit seinen eigenen Objektiven natürlich in der Kamera elektronisch tricksen kann das sich die Balken biegen müssen Dritthersteller von vornherein möglichst fehlerfreie Optiken liefern. Mir als Kunde ist das aber egal – für mich zählte letztendlich das Gesamtpaket.

Zudem war ich das Gewicht und die Größe des Tamron 24-70 einfach leid, nachdem ich es einmal quer über Mallorca geschleppt hatte. Das gleiche trifft übrigens auch auf das Nikkor-Pendant zu – ich würde es mir nicht kaufen.

Warum aber nun das 28mm – und kein 24mm, 35mm oder gar 50mm?

Kurz gesagt, 50mm ist mir auf Dauer zu eng und 24mm ist mir vom Charakter her schon zu “weitwinkelig”. Dadurch fielen zwei Kandidaten raus und es blieb beim Kampf 28 vs 35.

Diese Entscheidung war nicht einfach. Auf der einen Seite stand das verlockende und höllisch gehypte Sigma 35mm 1.4 und auf der anderen Seite das hier zu besprechende Nikkor.

Den letzten Ausschlag gab diese Review. Kurz zusammengefasst ist das Sigma gemessen am Mehrpreis nicht sooo viel besser als das Nikkor, welches zwar weniger lichtstark, dafür aber einen Tick weiter und preiswerter ist. Die höhere Schärfe des Sigma hat in der Praxis keine Relevanz, schon das Nikkor ist rattenscharf. Letztendlich gaben der bessere Preis, der etwas größere Blickwinkel und die Marke den Ausschlag und ich bestellte das Nikkor 28mm 1.8g.

Für den Einen oder Anderen vielleicht noch interessant, wie es in punkto Nikkor 28mm 1.8g vs. Nikkor 28mm 1.4g aussieht? Liest man einige Testberichte im Netz einmal quer, kann man es ganz gut auf den Punkt bringen: im Grunde genommen bezahlt man wesentlich mehr Geld für ein wenig mehr Lichtstärke, darüberhinaus scheint das 1.4er keine Vorteile zu haben. Im Gegenteil: es ist schwerer.

So weit so gut, kommen wir zur Praxis. Ich kann es kurz machen. Nach einigen Tagen wusste ich: das ist mein künftiges Immerdrauf.

Ich hätte nie gedacht, was man mit 28mm so alles anstellen kann. Es ist gerade genug weitwinkelig für die Stadt oder Landschaft, in der Regel passt alles ins Bild ohne blöde Verzerrungen oder stürzende Linien. Andererseits kann man auch Menschen wunderbar damit fotografieren – notfalls beschneidet man etwas. Einzig das klassische Portrait – dafür habe ich mein 85mm 1.8g.

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Nikkor 28mm 1.8g, 325g leicht

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Wie gemacht für die D600, ein handliches Paket

Dieser Eindruck wurde auch am Wochenende während eines Workshops wunderbar bestätigt. Die Themen waren zum Einen Architektur, zum Anderen aber auch erweiterte Portraits (die Bilder sind leider nicht zur Veröffentlichung hier freigegeben). Für beide Bereiche erwiesen sich die 28mm geradezu als ideal! Ich hatte wirklich nie das Gefühl, an den nichtvorhandenen Zoomring greifen zu müssen. Einen Schritt zurück, einen Schritt vor… perfekt. Ich kann sagen, dass meine Erwartungen in dieser Hinsicht übertroffen wurden.

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11 Elemente in 9 Gruppen, Nanokristallvergütung, 2 asphärische Linsen

Dazu kam, dass ich gerade im Bereich Architektur hinterher wesentlich weniger geradezubiegen hatte als früher mit dem Tamron 24-70 (bei 28mm). Das Nikkor hat eine ganz dezente tonnenförmige Verzeichnung die schnell entfernt ist, darüberhinaus ist mir nichts zum Meckern aufgefallen. Das Bild ist scharf, auch schon bei Offenblende. Das Bokeh ist für ein Weitwinkel bemerkenswert soft. Es hat einen leichten Hang zur Vignettierung aber davon abgesehen, dass ich diesen Effekt meist sogar noch verstärke ist er genauso schnell auch im Editor behoben – falls gewünscht.

Die Naheinstellungsgrenze geht bis 25cm – sehr schick für ein Weitwinkel und garant für gelegentliche dramatische Aufnahmen.

Das es knackscharf ist und zu den von DxO empfohlenen Objektiven für die D600 / D800 gehört muss nicht extra erwähnt werden.

Chemnitz, Germany

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Chemnitz, GermanyNur geringe Verzerrung, wenig zu tun im Photoshop

Wie sieht es aber mit der Haptik aus? In den meisten Reviews wird sie als ausreichend gut bewertet. So ähnlich würde ich es auch formulieren. Einerseits hat es natürlich dankenswerterweise nicht die Größe und das Gewicht eines 24-70. Andererseits wirkt es durch das Fehlen von Gewicht und Größe automatisch etwas “minderwertiger”, es vermittelt schon irgendwo das Gefühl eines Plastebechers – auch wenn man dagegen mal ein kleines, feines, metallisches Voigtländer/Zeiss/Leica-Objektiv in die Hand nimmt. Das ist Haptik.

An dieser Stelle bin ich aber etwas ungerecht, denn erstens habe ich mir das Nikkor ja gerade wegen des geringen Gewichtes gekauft, zweitens liegt es preislich in einem anständigen Rahmen und drittens stimmt die Qualität, die hinten rauskommt umso mehr. Was ich hier also tue, ist meckern auf hohem Niveau. Im Grunde ist die Haptik okay, der Fokusring griffig und der Autofokus ausreichend schnell und leise.

Ich konnte prima damit arbeiten, die Kamera war leicht, nichts hat mich behindert und die Ergebnisse waren super.

A State Of TrancePerfekte Brennweite für große Blickwinkel…

Chemnitz, Germany…oder Details. Mit 28mm geht (fast) alles.

Kommen wir also zum Fazit. Ich bin von dem Objektiv begeistert. Die Brennweite ist perfekt, die Lichtstärke ist in den meisten Situationen mehr als genug, die Verarbeitung geht in Ordnung, das Gewicht ist wunderbar niedrig, die optische Leistung steht dem viel teureren 28mm 1.4g kaum nach. Der Preis geht für die gebotene Leistung vollkommen in Ordnung. In meinen Augen – für die D600 das perfekte Objektiv.

Chemnitz, GermanyWenn ich bedenke, wie lange ich beim 24-70 im Photoshop…

DSC_7071.jpg…Geometrie korrigieren musste, ist diese Linse eine echte Erleichterung.

DSC_7047.jpg28mm, A11, ISO 100, 1/100

DSC_7054.jpg28mm, A11, ISO 100, 1/250

DSC_7065.jpg28mm, A8, ISO 100, 1/500

DSC_6723.jpg28mm, A3.2, ISO 100, 1/125

DSC_6710-Bearbeitet.jpg28mm, A1.8, ISO 220, 1/125

DSC_6706.jpg28mm, A3.5, ISO 100, 1/125

DSC_6712.jpg28mm, A1.8, ISO 140, 1/125

DSC_6699.jpg28mm, A1.8, ISO 140, 1/125

Last but not least: Kai Wongs Review zu diesem Objektiv:

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